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Ergebnis - Wettbewerb

Neues Bildungszentrum für die Handwerkskammer Oberpfalz in Bamberg.

Ein gemeinsamer Beitrag mit Klaus und Salzberger Landschaftsarchitekten PartGmbB.

Architektur
Mit dem Bildungszentrum Bamberg soll für die Handwerkskammer für
Oberfranken ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Vorzeigeprojekt entstehen. Die Handwerkskammer fungiert als politischer Vertreter, als auch Ausbilder für
handwerkliche Berufe. Um diese Funktionen architektonisch zu übersetzen, wird mit zwei einfach konstruierten Bauvolumen ein repräsentatives Solitärgebäude zur Forchheimer Straße hin, sowie eine Werkhalle im rückwärtigen Bereich erschaffen.
Zwei einfach, aber detailreich konstruierte Bauvolumen, funktional gegliedert und tektonisch gestaltet, verkörpern die Idee einer robusten und flexibel nutzbaren Grundstruktur. Modular aufgebaut und erweiterbar, zeigt sich der Campus als Aushängeschild des Handwerks am Rand von Bamberg im Übergang der Stadt zur offeneren Naturlandschaft.
Im Solitärgebäude, welches unter anderem als Filter und Übergang zu den
Werkhallen dient, werden die Zimmerer-Werkstätten mit Abbundanlage und
Portalkran platziert. Die vorgegeben erhöhte Höhe dieser Räume wird genutzt,
um im Erdgeschoss repräsentative und offene Lern- und Kommunikationszonen zu entwerfen.

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Über den nicht erhöhten Bereichen des Erdgeschosses wird für eine maximale Wirtschaftlichkeit ein Zwischengeschoss eingefügt. Durch diesen Einschub kann ein repräsentativer Baukörper zur Forchheimer platziert werden. Zusätzlich ist es gelungen die Regelgeschosshöhe, unter Einhaltung aller Vorgaben, über alle Geschosse einheitlich zu gestalten. Das Gebäude erscheint nach außen hin dreigeschossig, ist im Inneren aber durch die Ausnutzung der Vorgaben eigentlich zweigeschossig ohne Schaffung von Fehlflächen oder Überschreitungen der Volumina.

Beide Baukörper sind auf Grundlage eines 4x4-Rasters entworfen. Durch dieses konnte ein Stützraster festgelegt werden und die Dimensionierung der Bauteile angemessen begrenzt werden, zudem ist es an allen Stellen zur Integration der Torbereiche vorbereitet. Das Tragsystem, bestehend aus Stützen und Trägern ist von innen wie außen sichtbar. Zwischen den Stützen werden die Außenwände zweiseitig sichtbare zementplatten mit einer inneren Kerndämmung eingefügt. Die Holzraster sind hierfür auf allen vier Seiten vorgefräst ausgeführt und kann somit flexibel belegt werden. Der Innenwandanschluss funktioniert identisch. Die Innenwände werden in Leichtbauweise ausgeführt. Je nach Nutzung und Brandschutzanforderung der Räume werden diese in Holzständer- oder Trockenbauweise ausgeführt. Die Werkstattwände werden mit Kalksandstein gemauert. Der Handwerkskammer wird eine robuste Tragstruktur entworfen, die im inneren maximal flexibel und jederzeit anpassbar ist. Zudem kann durch die nutzungsangepasste Ausführung der Innenwände und über robuste Oberflächen entscheidend zur Langlebigkeit des Gebäudes bei extremer Nutzungsbeanspruchung sichergestellt werden. Alle Nutzräume haben im Erdgeschoss direkte Ausgänge ins Freie oder sind mit einer Werkstatt verbunden, die als Ausgang ins Freie dient.
Ergänzend hierzu gibt es zwei kompakte Erschließungstreppenhäuser für das Zwischengeschoss und Obergeschoss im Kopfbau. Der Brandschutz wird zudem über Brandabschnitte und notwendige Flure sichergestellt. Offene Bereiche, Lagerräume mit gefährlichen Stoffen, sowie die Bauhellen werden mit einer Sprinkleranlage geschützt. Die optionale Erweiterung ist strukturgleich in linearer Fortsetzung des Werkhallen-Baus vorgesehen. Die effiziente Planung und konsequente Entwurfsumsetzung wird durch die Flächen-Kennwerte ebenso bestätigt. Die Flächenverhältnisse A/V mit ca. 40%, sowie alle weiteren Verhältnisse sind übereinstimmend mit allen vorgegebenen Standards und unterschreiten diese in Teilen weit.
Die wichtigste Intention im Entwurf war es, funktional perfekt nutzbare Werkstätten zur Verfügung zu stellen, sowie ein repräsentatives Gebäude für den Vertreter des Handwerks zu erschaffen. Das Raumprogramm wurde 1:1 umgesetzt, sowie alle Verbindungen aus den Strukturskizzen sichergestellt sind. Durch das gewählte Tragwerk und der Integration des modularen Bauens entsteht ein Gebäudekomplex, der in dieser Form einzigartig, repräsentativ, aber auch wirtschaftlich zu realisieren ist.

Freianlage
Das Bildungszentrum wurde unter Berücksichtigung des zu erhaltenden Biotopabschnittes in einen weitläufigen Grünraum eingebunden. Die funktionalen, werkstattnahen Bereiche wurden hierbei räumlich von den repräsentativen, erholungsbedeutsamen Freiflächen getrennt angeordnet. Zur Forchheimer Straße umschmiegt ein parkähnlicher Grüngürtel den Kopfbau, der die Adressbildung stärkt. Die Versiegelung beschränkt sich auf die notwendigen Fahr- und Anlieferungsbereiche der Werkstätten und der Haupterschließung des Solitärbaus. Stellplätze, Fuß- und Fahrradanbindungen können teilversiegelt ausgeführt werden. Der vorhandene Oberboden kann zur Geländemodellage in den Grünflächen in Teilen wiederverwendet werden. Das Anfallende Regenwasser kann durch Dachbegrünung deutlich reduziert werden. Eine Versickerung des anfallenden Oberflächenwassers erfolgt über Mulden in den Freiflächen. Eine Regenwassernutzug für die Freiflächen ist möglich. Die Bepflanzung mit lockeren Baumgruppen mit klimaresilienten Arten unterstreicht den naturnahen Charakter der Freianlagen. Pflegeextensive Wiesenflächen mit Blühflächen sind leicht zu unterhalten und bieten Mensch und Natur ihren geforderten Raum. Die PKW-Stellflächen folgen dem Prinzip naturnaher Parkplätze und erlauben auch den Wuchs von Beikräutern. Als Materialien sind C2C zertifizierte Pflasterflächen in Kombination mit langlebigen Holzelementen für Ausstattung und Möblierung vorgesehen. Von dunklen Bodenbelägen wird abgesehen, um eine Überhitzung der Flächen zu vermeiden. Durch den extensiven Planungsansatz entsteht eine nachhaltige Freianlage, die eine reduzierte Pflege zulässt.

Bauwerks- und Fassadenbegrünung
Es werden bodengebundene Fassadenbegrünungen mit Schlingpflanzen an Teilen der Fassade des Kopfbaus vorgesehen. Es wird eine Kombination aus extensiver Dachbegrünung und Biodiversitätsdach als Habitat für Insekten und Vögel nach statischer Möglichkeit vorgeschlagen. („Animal Aided Design“). Der Dachaufbau einer extensiven Dachbegrünung wird stellenweise erhöht und verschiedenartiges Substrat aufgebracht, um mehr Pflanzenvielfalt zu erreichen. Die Dachbegrünung trägt zur Wasserrückhaltung, Gebäudekühlung, Luftbefeuchtung und Feinstaubbildung bei.


Erschließung
Die Adressbildung des Bildungszentrums erfolgt an der Forchheimer Straße. Hier ist die repräsentative Vorzone angeordnet und die Erschließung für PKW- Verkehr zu den Parkplätzen erfolgt über die neue Stichstraße von der Forchheimer Straße aus. Geh- und Fahrradverkehr kann direkt über die Vorzone von den Geh- und Radwegen an der Forchheimer auf geschütztem Weg aufs Gelände gelangen. Die Erschließung der Parkplätze ist separiert vom Anlieferverkehr, der von der Erschließungsperspektive Süd andient. Die Werkstattbereiche können bis hin zum Sattelzug hindernisfrei angedient werden. Eine Umfahrt der Werkhalle ermöglicht eine Trennung des Geländes in funktionale, werkstattnahe Wirtschaftsbereiche und den LKW- freien verkehrsärmeren Bereich Richtung Forchheimer Straße. Ein Teil der Stellplätz befindet sich unmittelbar vor dem Kopfbau und verhindert daher Verkehrskreuzungskonflikte. Behindertenstellplätze sind nahe dem Haupteingang direkt angebunden. Ein Teil der 50 PKW- Stellplätze befinden sich nahe dem Werkstattgebäude
und ermöglicht auch hier kurze Fußwegeverbindungen. Die notwendigen Lager- und Übungsflächen sind jeweils auf kurzem Weg den entsprechenden Werkstätten zugeordnet. Der Freibereich zwischen den Gebäuden ist als zentraler Lernort konzipiert. Es gibt Aufenthaltsflächen im Grünen und die Freifläche Bau kann von mehreren Seiten bespielt werden. Zudem sind über die östliche Grünfläche Fahrradabstellflächen auf sicherem Weg zu erreichen. Die notwendigen Feuerwehrbewegungsflächen sind in das Konzept integriert.

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